Kretische Traditionen: Das „Martaki“ – Das Armband zum Frühlingsanfang.

Das „Marti-Armband“ oder einfach „Martaki“ ist ein alter griechischer Brauch zum Frühlingsanfang. Es wird angenommen, dass dieser bereits aus den Traditionen des antiken Griechenlands stammt und auf dem gesamten Balkan bekannt ist.

Der Name leitet sich aus dem griechischen Wort für den Monat März „Martios“ ab.  Ab dem 1. März tragen traditionellerweise Kinder (normalerweise ausschließlich Mädchen, im modernen Griechenland aber auch erwachsene Frauen!) dieses Armband aus gedrehtem weißem und rotem Faden. Das Weiß symbolisiert Reinheit und die rote Farbe steht für Leben und Leidenschaft – das Martaki soll besonders die Kinder vor der recht schon intensiven Märzsonne schützen.

Dabei reichen die „Designs“ der Armbändchen von zwei einfach ineinander verschwurbelten Fäden (einer rot, einer weiß) bis über etwas raffiniertere Knüpf- und Klöppelmuster.  

Sinn und Zweck des kleinen Schmuckes ist aber immer derselbe – und die Wirkung auch (für den, der daran glaubt). Übrigens soll dieses Bändchen laut modernerer Überlieferungen auch neben der schädlichen Sonnenstrahlen auch den bösen Blick, Krankheiten und alle Arten von Unglück fernhalten. Dann vielleicht doch besser ganzjährig tragen…. Dabei ist es allerdings in jedem Falle wichtig, dass das „Martaki“ (der kleine März)  sich am linken Handgelenk befindet, da die linke Seite unseres Körpers die „Empfängerseite“ ist,  in der sich unser Herz befindet.

März zu Ende – und nun?

Getragen wird das Martaki während des gesamten Monats März – aber was passiert am 31. März damit? Nun, da wird das Martaki vom Handgelenk entfernt und entweder in einem Lagerfeuer verbrannt oder an einen Baum oder Rosenstrauch gehängt wird, auf dass die Pflanze viele Blüten und Früchte tragen mag. Oder – noch schöner – damit die erste Schwalbe des Sommers sich das Bändchen abzupft und für den Nestbau verwendet. Im Frühling sprießt und blüht und erwacht halt alles zu neuem Leben.

 
Viele Martakia warten auf ihre geflügelten und gefiederten „Bauherren“.

Wir wünschen jedenfalls einen schönen und sonnigen März – ohne Sonnenbrand, böse Blicke, Krankheiten und sonstige Unbill – mit oder ohne Martaki.

Radio Kreta – wir finden: schöne Traditionen sollten beibehalten werden.

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