Ausflugstipp: Das Töpferdorf Margarites.

Und mal wieder haben wir einen schönen Ausflugstipp für Euch, diesmal liegt er in der Nähe der Nordküste, genauer gesagt zwischen Heraklion und Rethymnon. Es handelt sich um ein traditionsreiches Töpferdorf an den Westhängen des Ida-Gebirges. Man fährt also von Rethymnon aus in östlicher Richtung bis Stavromenos, wo man rechts abbiegt und dann auf der alten Nationalstraße Richtung Perama fährt. Von dort aus ist Margarites dann ausgeschildert, der Weg führt Euch noch ca. 5 km nach Süden, wo würden die Leute spielen Klicken Sie hier heute.

Noch im 19. Jahrhundert wurde ganz Westkreta von ca. 50 Töpferfamilien in Margarites mit den gleichen Tongefäßen versorgt, die bereits vor dreieinhalb Jahrtausenden die Magazine der minoischen Paläste füllten. In jedem kretischen Haushalt gab es mehrere der teils mannshohen Vorratsgefäße, die Pithoi, gefüllt mit Öl, Oliven, Getreide und Wein. Doch seitdem auf Kreta immer mehr Menschen in Stadthaushalten wohnen, kommen die – zugegebenermaßen etwas unhandlichen – Pithoi aus der Mode, handlichere Ware ist gefragt.

So stellen die wenigen verbliebenen Töpfer in Margarites und Thrapsano meist kleinere Gefäße und Skulpturen für Touristen her, große Pithoi werden nur noch in zwei Betrieben geformt und gebrannt.

Alte Techniken up-to-date

Dort kann man die alte Technik der Aufbaukeramik studieren. Der Ton wird oberhalb vom Dorf abgebaut und muss auf dem fest eingerichteten Zubereitungsplatz vor der Werkstatt über Winter „wittern“. Im Frühjahr wird er durch Sieben von groben Verunreinigungen befreit und in drei großen, nebeneinander stehenden Tongefäßen aufgeschlämmt. Der entstehende „Schlicker“ wird nun getrocknet und durch Aneinanderschlagen in den Händen homogenisiert und entlüftet.

Danach wird das Gefäß auf der Töpferscheibe von Hand vom Boden her aufgebaut. Der Töpfer hat stets mehrere Gefäße in verschiedenen Aufbaustadien in Arbeit. Die Gefäße erhalten wie in minoischer Zeit seitliche Ösen – durch sie kann später ein Seil gezogen werden, das den Pithos beim Transport hält und sichert. 

Eine Glasur wird nicht verwendet, eventuell wird ein Dekor mit rotfarbigem, aufgeschlämmten Ton per Pinsel aufgetragen. Die Brennöfen werden anfangs vorsichtig mit Olivenlaub und Reisig beschickt und erst langsam mit armdicken Ästen auf Temperatur gebracht – es erfolgt lediglich ein Brennvorgang, der allerdings bei 1.000 – 1.150°C stattfindet. 

Obwohl mittlerweile inzwischen viele Hotelmanager den Pithos (die Pithoi) als Zierobjekt für ihre Gärten entdeckt haben, muss man um den Fortbestand des traditionsreichen Handwerks bangen. Kein Wunder, dass inzwischen sogar Keramikklassen von Kunstakademien (z.B. München!) Exkursionen in das bezaubernd gelegene Bergdorf unternehmen, um die Technik der Aufbaukeramik kennen zu lernen und zu bewahren. 

Von Margarites aus kann man weiter nach Archea Eleftherna fahren, das sind ungefähr 5 km, wo wenige Ruinen und große Zisternen der antiken Stadt prächtig auf einem Bergrücken und am Hang liegen. Von hier aus geht es dann auch auf einer recht guten Piste weiter zum Kloster Moni Arkadi (weitere 5 km), dessen Fassade nachmittags in einem wundervollen Licht liegt.

 

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