Auswandern nach Kreta? Aber wie?

Hallo liebes Team von Radio Kreta,

ich weiß nicht, ob meine Geschichte für euch interessant ist. Vielleicht ist sie aber auch die Geschichte vieler Menschen, die von einem anderen Leben träumen.

Mit 19 Jahren kam ich zum ersten Mal nach Kreta. Eigentlich wollte ich nur Urlaub machen. Dann verliebte ich mich – in einen Griechen und in diese Insel. Ich blieb, heiratete, lebte viele Jahre in Chania, arbeitete dort und meine beiden Söhne wurden auf Kreta geboren und sind hier aufgewachsen.

Irgendwann trennten sich unsere Wege. Das Leben ging weiter

Später lernte ich meinen deutschen Mann kennen. Gemeinsam führten wir ein Leben, das alles andere als gewöhnlich war. Zuerst waren wir mehrere Jahre mit unserem Katamaran unterwegs und erkundeten die Welt vom Wasser aus. Danach tauschten wir das Meer gegen die Straße und bereisten mit einem Truckcamper viele Länder – immer dorthin, wo es uns gerade hinzog. Insgesamt lebten wir 14 Jahre ohne festen Wohnsitz.

Wir haben nicht lange darüber nachgedacht, ob das funktioniert. Wir haben es einfach gemacht.

Nach dem Tod meines Mannes stand ich wieder an einem Wendepunkt. Für mich war schnell klar, wohin ich zurückkehren wollte: nach Kreta.

Nicht nur, weil Kreta für mich Heimat ist. Hier lebt meine griechische Familie, hier leben Freunde, die mich seit Jahrzehnten begleiten. Ich spreche fließend Griechisch, kenne die Menschen, die Kultur und den Alltag. Ich bin nicht ausgewandert – ich bin nach Hause zurückgekehrt.

Was ich allerdings nicht mehr wollte, war allein leben.

So entstand die Idee einer besonderen Wohngemeinschaft. Nicht, weil ich günstiger wohnen möchte, sondern weil ich glaube, dass Gemeinschaft Lebensqualität bedeutet. Jeder hat sein eigenes Zimmer und seine Privatsphäre. Gleichzeitig kann man gemeinsam kochen, wandern, schwimmen, Ausflüge unternehmen oder den Abend bei einem Glas Wein am Pool ausklingen lassen. Alles kann, nichts muss.

Nach langer Suche habe ich zwei hochwertige, komplett möblierte Häuser direkt nebeneinander gefunden. Daraus sollen zwei kleine Wohngemeinschaften mit jeweils vier Personen entstehen.

Seit Monaten spreche ich mit Menschen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Dabei ist mir etwas aufgefallen.

Fast alle erzählen mir, dass sie davon träumen, nach Griechenland auszuwandern. Sie wünschen sich mehr Sonne, mehr Gelassenheit und eine bessere Lebensqualität. Doch wenn dieser Traum plötzlich greifbar wird, fällt vielen die Entscheidung erstaunlich schwer.

Vielleicht liegt genau darin der Unterschied. Ich träume gar nicht mehr vom Auswandern – diesen Schritt habe ich schon vor vielen Jahren gemacht.

Mein Traum ist heute ein anderer: eine Gemeinschaft von Menschen, die das Leben bewusst miteinander genießen möchten, ohne ihre Selbstständigkeit aufzugeben.

Vielleicht ist das nicht nur meine Geschichte. Vielleicht ist es auch eine Geschichte über unsere Zeit. Immer mehr Menschen möchten im Alter nicht einsam leben, sondern suchen neue Wege des Zusammenlebens. Gleichzeitig träumen viele von Griechenland – und schaffen den Schritt doch nicht allein.

Vielleicht habt ihr Lust, daraus eine Reportage machen. Und vielleicht erreicht diese Geschichte genau die Menschen, die sich ebenfalls eine solche Gemeinschaft wünschen oder jemanden kennen, für den dieses Lebensmodell genau das Richtige wäre.

Ich würde mich sehr freuen, von euch zu hören.

Herzliche Grüße

Christine Schmitthenner

Kontakt: wibbyschmitthenner@gmail.com

Ein Kommentar

  1. grüsse Dich liebe Christine und ja es hat mich gefreut dies zu lesen und ja es würde mich sehr freuen dich kennenzulernen.
    Danke!
    Aloha Sabine Augustin

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