In Achlada hängen die Olivenbäume so schwer wie seit Jahren nicht mehr. Wochenlanger Regen hat die Früchte prall gemacht, die Äste neigen sich bis zum Boden. Unten an der Straße wird die Ölmühle ausgefegt, Paletten stapeln sich an der Wand, die Türen stehen offen.
Kreta erwartet in diesem Winter bis zu 100.000 Tonnen Olivenöl, fast doppelt so viel wie im Vorjahr. Eine gute Nachricht, sollte man meinen.
Doch je mehr der Baum hergibt, desto mehr verliert der Bauer. Warum eine Rekordernte für viele Erzeuger zur Rechnung wird, die nicht aufgeht, was das mit den Hotels der Insel zu tun hat und wer in diesem Winter durch die offenen Türen der Mühle gehen wird, erzählt Steven’s vierter Brief aus Kreta.
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Steven Keen lebt in Achlada, einem Bergdorf über Heraklion, und schreibt einmal im Monat einen Brief aus Kreta, auf Deutsch und auf Englisch. Alle Briefe lesen und kostenlos abonnieren: Brief aus Kreta
