Der Aberglaube in Griechenland.

Aberglauben in Griechenland

Aberglauben gehören zur griechischen Tradition wie Fetakäse und Olivenöl. Bis heute glauben eine Vielzahl der Griechen an verschiedenste Aberglauben, die so manch einen Ausländer zum Kopfschütteln bringen würden. Es sind vor allem die ländlichen Regionen und ältere Menschen, bei denen solche Aberglauben besonders verbreitet sind. Bereits seit Generationen wurden sie weitergereicht und haben sich tief in die Kultur der Griechen eingebettet. Vom „bösen Auge“, über Spucken und Salz, bei den Griechen wird verschiedensten Dingen eine positive bzw. negative Wirkung nachgesagt. Wir haben einige der kuriosen Aberglauben Griechenlands zusammengetragen.

Das böse Auge

„Das böse Auge” ist wohl der am meisten verbreitete und bekannteste Aberglaube in Griechenland. In sämtlichen Geschäften und Ständen findet man das für Griechenland typische blaue Glasauge – als Schlüsselanhänger, Armband, Kette usw. Dass es sich hierbei nicht nur um einen hübschen Dekoartikel handelt, ist vielen nicht bewusst, denn tatsächlich steht es mit dem Aberglauben über „das böse Auge“ in Verbindung. In Griechenland wird es auch Matiasma genannt. Die Menschen haben hierbei Angst, „das böse Auge, den bösen Blick“ von jemandem zu erhalten.

Das Mati soll helfen.

Dieses bekommt man von missgünstigen Personen, beispielsweise die neidisch sind. Oft geschieht dies unbewusst und nicht unbedingt mit böser Absicht. Die negativen Auswirkungen machen sich beim Betroffenen allerdings schnell breit. Diese umfassen unter anderen Kopfschmerzen, Übelkeit und Schwindel. Es wird behauptet, dass besonders Menschen mit zusammengewachsenen Augenbrauen oder mit stahlblauen Augen anfällig dafür sind, einem den bösen Blick zu verpassen. Die hübschen Ketten, Armbänder etc. mit dem blauen Auge sollen davor schützen, vom bösen Blick betroffen zu sein.

Einer neuesten Umfrage zufolge glauben 66% aller Griechen an den „bösen Blick“. Und 92% glauben an Gott.

Die perfekte Zahl

In jedem Land glauben die Menschen an unterschiedliche Zahlen, die entweder Unheil bewirken oder einen guten Effekt haben. Bei den Griechen wird der Zahl sieben eine positive Wirkung nachgesagt, es war bereits Pythagoras zu Zeiten der alten Griechen, der behauptete, dass die Zahl sieben die perfekte Zahl wäre. Wie auch in der nordischen Mythologie kommt auch in der griechischen Mythologie der Zahl drei eine wichtige Bedeutung zu, treten doch viele Dinge stehts in Dreiheit auf. Wie auch das Spucken.

Das Spucken

Um Unheil zu vertreiben und auch „das böse Auge“ abzuwehren, schwören die Griechen auf das Spucken, bzw. das Spuckgeräusch „ftou ftou ftou“. Erzählt jemand von etwas Schlechtem, das einer anderen Person widerfahren ist, spuckt dieser dreimal auf den Boden, bzw. macht die entsprechenden Geräusche. Dies erfolgt immer dreimal. Gleiches gilt bei Komplimenten.

Wenn jemand einem ein Kompliment zur Schönheit oder Gesundheit macht, spuckt er diese Person dreimal an. Am besten allerdings ohne Spucke, versteht sich. Doch nicht nur das Spucken, auch ein Stück Knoblauch in der Tasche, ein Strich mit Kohle hinter dem Ohr oder ein offener Hemdknopf sollen dabei helfen, Übel zu vertreiben. Dies liegt daran, dass man dann nicht perfekt aussieht bzw. riecht und somit weniger Neid auf sich zieht.

Dienstag, der 13.

Anders als in Deutschland, zählt in Griechenland nicht der Freitag, der 13. als unheilbringend, sondern hier ist es der Dienstag, der 13. Die Griechen glauben hier, dass alles schief gehen wird. Wie auch in Deutschland bekannt, zählt zudem die schwarze Katze als schlechtes Omen.

Niemals ein Messer überreichen

In Griechenland würde man niemals jemandem ein Messer direkt in die Hand geben – vorausgesetzt man möchte mit dieser Person befreundet bleiben. Stattdessen wird das Messer auf den Tisch gelegt, von dem sich die andere Person das Messer dann nehmen kann. Wer jemandem das Messer direkt überreicht, so wird geglaubt, verursacht einen Streit.

Das Mati auf dem Tabaksbeutel. Schützt auch nicht vor Preiserhöhungen.

Die Wirkung von Salz

Salz wird in Griechenland eine besondere Wirkung nachgesagt. So wird behauptet, dass Salz einem dabei helfen kann, ungewünschte Gäste loszuwerden. Hierzu muss man lediglich ein wenig Salz hinter die Person streuen, die man loswerden möchte, und schon wird sie das Haus verlassen. Zudem wird beim Einzug in ein neues Haus in jede Tür ein wenig Salz gestreut. Dies soll böse Geister vertreiben und das Haus reinigen.

Andere Länder, andere Sitten, das lässt sich kaum verkennen. Die Griechen haben so manch einen interessanten Aberglaube, wo man in Deutschland bzw. auch in anderen Ländern nur mit dem Kopf schütteln würde.

Wer in Griechenland unterwegs ist und dreimal angespuckt wird, braucht dementsprechend nicht empört zu sein.

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