Die Jongleure am Finanzmarkt.

 

Griechenland kämpft, der Finanzmarkt jongliert.

Das Medieninteresse ist längst abgeflaut, doch das bedeutet nicht, dass in Griechenland alles Gold ist. Die Finanzmärkte bewegen sich davon unbeeindruckt weiter und locken neue Zielgruppen an.

Beschleunigte Online-Welt überholt Griechenland

Vor wenigen Jahren war die Griechenland-Krise das alles beherrschende Thema. Im Rampenlicht standen der Euro, Leitzinsen und milliardenschwere Rettungspakete. Doch andere Themen lösten das Mittelmeer-Dilemma bald ab und machten es fast vergessen. Die Frage, ob die Krise inzwischen vorbei ist oder nicht, ist daher berechtigt. Fortschritte sind nicht wirklich zu erkennen: Die Löhne sind niedrig, die Steuersätze hoch, werden allerdings nicht zuverlässig gezahlt. Selbst der Tourismus, einst eine zuverlässige Geldquelle, schwankt bedenklich.

Im Rest Europas (und der Welt) ist davon allerdings nicht mehr viel zu lesen. Die Hauptakteure haben sich anderen Dingen zugewendet, allen voran der Finanzmarkt, der in schwierigen Zeiten aktiver denn je zu sein scheint. Die digitale Transformation trägt dazu noch bei: Kryptowährungen sorgen regelmäßig für ungekannte Investitions-Explosionen, die ebenso schnell wieder nachlassen, der Devisenhandel blüht regelrecht auf, da auch Normal-Anleger dank der vielen Forex-Broker online handeln können und Aktien etablieren sich momentan als valides Mittel zur Altersvorsorge.

Engagiert sein, aber nicht naiv: Der neue Markt und alte Regeln

Finanzprodukte aller Couleur machen damit einen Schritt weg von der Nische, hin zum Massenmarkt. Ob für die private Rentenplanung oder für schnelle Gewinne: Ihr Charakter wandelt sich in der öffentlichen Wahrnehmung von spekulativ und unsicher zu kalkulierbar und alltäglich. In Wahrheit sind beide Extreme nicht ganz korrekt: Trotz vereinfachter Bedienmöglichkeiten und vollem Informationsfluss rund um die Uhr produziert der Markt weiterhin Gewinner und Verlierer. Entscheidend ist dabei nicht der Zufall, sondern das Verständnis der Märkte sowie der gewählten Finanzprodukte.

Folgende Erkenntnis dient dabei als Warnung: Je höher die möglichen Renditen sind, desto komplexer ist das Produkt. Und das verlangt nach umso mehr Know-How. Einsteiger sollten ihre Euphorie folglich in gesunde Bahnen lenken und zunächst ihre Hausaufgaben machen, da frisches Geld genau das ist, worauf die erfahrenen Mitspieler warten. Für die Chancengleichheit muss also jeder Anleger selbst sorgen, indem er sich genau informiert.

Der Einfluss der Technologie ist dabei offensichtlich. Aus ironischer Sicht passt es dabei perfekt ins Bild, dass beim Geldabheben in Griechenland hohe Gebühren anfallen. In der Ära von virtuellen Online-Banken, digitalem Geld, Echtzeit-Überweisungen und Trading auf dem Smartphone wirken solche Probleme wie aus der Zeit gefallen, und vielleicht ist genau das bezeichnend für viele hausgemachte Probleme in Griechenland.

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