Glücksspiel im Internet – Wo es in Europa erlaubt ist.

Die Gesetzgebung europäischer Länder zum Glücksspiel im Internet

In Europa ist in den letzten Jahren ein eindeutiger Trend zu erkennen: Online Casinos und Buchmacher werden immer mehr Ländersache. Einst war es in ganz Europa möglich, ein und dasselbe Glücksspielangebot zu nutzen, heute muss darauf geachtet werden, ob der Anbieter im entsprechenden Land zugelassen ist. Doch was bedeutet dies für Spieler? Gerade dann, wenn man sich auf eine Reise begibt und weiterspielen möchte, kann es kompliziert werden. Aus diesem Grund haben wir nun eine Übersicht zu den Glücksspielgesetzen europäischer Länder zusammengestellt.

Griechenland

Fangen wir zunächst mit unserer Wahlheimat Kreta beziehungsweise Griechenland an. Das Glücksspiel hat hierzulande eine sehr lange Tradition und ist so gut wie überall anzutreffen. Was jedoch nicht bedeutet, dass hier jeder einfach machen kann, was er will. 2011 wurde eine neue Gesetzgebung eingeführt, die das Glücksspiel im Internet reguliert. Seitdem müssen Betreiber eine Lizenz der Hellenic Gaming Commission besitzen, um ihr Angebot Spielern aus Griechenland legal anbieten zu dürfen. Das bedeutet nicht nur, dass nun Steuergelder aus dem Glücksspiel an den Staat fließen, sondern auch bestimmte Vorgaben eingehalten werden müssen. Für Spielautomaten in Online Casinos gilt zum Beispiel ein oft umstrittenes Einsatzlimit in Höhe von 2€. Gewinne sind wiederum auf 5.000€ (bzw. 50.000€ bei Jackpot-Slots) begrenzt.

Malta

Seit 2001 gibt es die Malta Gaming Authority. Für europäische Länder, die keine eigene Lizenzvergabe haben und das Glücksspiel im Internet zulassen, handelt es sich hierbei um eine wichtige Alternative. Zahlreiche Online Casino Betreiber nennen Malta mittlerweile ihr Zuhause und bieten ihre Spiele von hieraus an. Dies sorgt nicht nur für eine einheitliche und sichere Regulierung, sondern auch für zahlreiche Innovationen. Pay N Play Casinos sind zum Beispiel eine maltesische Erfindung, die Spielern ermöglicht, ohne Kontoregistrierung sicher und legal zu spielen. Spieler aus EU-Ländern, die keine eigene Lizenz vergeben – wie zum Beispiel Österreich, die Niederlande und Finnland – können maltesische Unternehmen nutzen.

Frankreich

Betreiber von Online Casinos und Buchmacher müssen laut des 2009 herausgebrachten Gesetzes zwar nicht in Frankreich (nur die Server) ansässig sein, eine lokale Lizenz wird dennoch benötigt. Das französische Online Glücksspielgesetz wird als eines der strengsten Europas angesehen. Da Casino Spiele als zu süchtig machend angesehen werden, sind sie komplett verboten. Lediglich Sportwetten. Pferdewetten und bestimmte Pokerspiele sind zugelassen. Zudem werden von Kritikern die geringen Gewinnhöhen und unvorteilhaften Steuerregelungen angekreidet. Fakt ist, wer sich nicht strafbarmachen möchte, muss während eines Aufenthaltes in Frankreich entweder ganz auf das Spielen im Online Casino verzichten, oder Kunde eines französisch lizenzierten Anbieters werden und das eingeschränkte Angebot nutzen.

Spanien

Seit mehr als 30 Jahren ist das Glücksspiel in Spanien offiziell erlaubt. Seit 2011 ist auch das Spielen im Internet reguliert. Das bedeutet, dass auch Spieler aus Spanien nur legal bei Anbietern Kunden werden dürfen, die eine entsprechende Lizenz besitzen. Im Gegensatz zu Frankreich sind jedoch auch Casino Spiele wie Slot-Maschinen und Tischspiele zugelassen. Hierfür wird genauso wie für Sportwetten und andere Spiele eine spezifische Lizenz benötigt. Das bedeutet, dass ein Online Buchmacher mit spanischer Wettlizenz nicht automatisch auch Casino Spiele anbieten darf und andersherum. Einen Vorteil hat diese lokale Regulierung durchaus. Obwohl Gewinne stets in einer Steuererklärung angegeben werden müssen, dürfen Spieler ihre Verluste ebenfalls von der Steuer absetzen.

Schweiz

In den deutschsprachigen Ländern Europas wagte die Schweiz als Erste den Schritt zur lokalen Regulierung des Online Glücksspielmarktes. Anbieter müssen nicht nur eine Schweizer Lizenz besitzen, sondern auch in der Schweiz ansässig sein. Bislang gibt es jedoch nur eine Handvoll an Online Casino Betreibern, die sich um eine entsprechende Lizenz bemüht haben. Hierbei handelt es sich ausschließlich um bestehende Betreiber von lokalen Spielbanken. Internationale Online Casino Anbieter haben seit der Einführung des neuen Gesetzes 2019 sich noch nicht angesiedelt.

Deutschland

Mitte dieses Jahres wird auch Deutschland zu einem lokal regulierten Online Glücksspielmarkt. Spieler in und aus Deutschland werden somit bald nur noch auf Anbieter zugreifen dürfen, die eine entsprechende Lizenz besitzen. Im Gegensatz zur Schweiz war die Nachfrage von bereits bestehenden Betreibern aus dem Ausland vorhanden. Während einige bekannte Namen auch weiterhin vertreten sein werden, müssen Spieler dennoch mit Einschränkungen rechnen. Hierzu gehört unter anderem ein monatliches Einzahlungslimit in Höhe von 1000€. Im Gegensatz zum Vereinigten Königreich ist dieses unabhängig vom Einkommen des jeweiligen Spielers und trifft somit auf alle zu

Italien

Wer in Italien Glücksspiele über ein Online Casino anbieten möchte, der benötigt eine lokale Lizenz. Diese deckt jedoch anders als in Spanien alle erlaubten Glücksspielbereiche ab. Hierzu gehören mitunter Skill Games, Poker, Sportwetten und Bingo. Diese Gesetzgebung ist seit 2010 in Kraft, was Italien mit zu einem der Vorreiter der landesweiten Online Casino Lizenzgebern macht.

Schweden

Seit 2018 vergibt die Swedisch Gambling Authority Lizenzen an Internet Glücksspielanbieter, die in diesem Land vertreten sein möchten. Einst wurde Schweden von anderen europäischen Ländern mit der Begründung angekreidet, hierdurch gegen internationale Handelsabkommen zu verstoßen. Dadurch, dass jedoch immer mehr EU-Länder sich ebenfalls zu diesem Schritt entschließen, sollte diese Kritik bald verstummen.

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