Griechenland baut ein Elektroauto für Touristen auf Kreta.

Das Fahrzeug sieht aus, wie eine Mischung aus Smart und Tretboot. Erfunden hat es das griechische Unternehmen Enermech. Das originelle Auto hört auf den Namen Sunnyclist L7e-C und soll Touristen in Zukunft dazu dienen, die Insel Kreta zu erkunden.

Diese misst an ihrer breitesten Stelle gerade einmal 60 Kilometer und macht somit die Strecke wie geschaffen dafür, um mit einem Elektroauto hin und zurückzufahren. Hier sollte niemand Probleme mit der Reichweite bekommen. Kein Wunder also, dass die Konstrukteure diese genau auf diese bescheidenen 120 Kilometern ausgerichtet haben. Der Sunnyclist L7e-C benötigt drei bis vier Stunden, bevor seine Batterie mit einer Kapazität von 5 Kilowattstunden wieder aufgeladen ist. Doch das ist gar nicht notwendig, schließlich befinden sich am Dach des Autos Solarzellen.

Strom wird zum Innovationstreiber

An diesem Beispiel zeigt sich neuerlich, dass Fortschritt vor allem an der Verfügbarkeit von Energie abhängt. Strom entwickelt sich gerade zu der Energieform der Zukunft. Wurde Strom lange Zeit für den Betrieb der Infrastruktur benötigt, so ist er mittlerweile auch ein unverzichtbarer Bestandteil der Unterhaltungselektronik geworden. Mit dem
Siegeszug
des amerikanischen Streamingdienstes Netflix, hat sich Hollywood von seinen physischen Fesseln befreit. Heute konsumieren die Zuschauer wie selbstverständlich Filme und TV-Serien am Tablet. Dies gilt ebenso für die Kunden eines Unternehmens wie PokerStars Vegas, dessen Casino-Spiele auf verschiedenen Endgeräten abrufbar sind und somit eine Vielzahl von Slots, die oftmals von erfolgreichen Filmen oder TV-Serien inspiriert wurden, sowohl auf dem PC als auch auf dem Handy spielbar machen. Und selbst die größten Zeitungen und Magazine wie der Spiegel, definieren sich längst über ihre Online-Angebote. Hier sind Informationen zeitnah und aktuell verfügbar, dementsprechend beliebt sind sie bei den Konsumenten. Diese Wachablöse vollzieht sich nun auch im Verkehr. Die Elektromobilität ist deutlich auf dem Vormarsch. Kreta will dazu seine zahlreichen Sonnentage verstärkt zum Einsatz
bringen.

Pedale verwandeln das Auto in ein Tretboot

Die Konstrukteure des Sunnyclist L7e-C nutzen sogar die Hitze auf der Sonneninsel. Der Wagen lädt sich durch seine Solarzellen am Dach während des Fahrens beständig auf. So verdoppelt sich die Reichweite auf rund 240 Kilometer. Doch das war noch lange nicht alles. Wer zu viel von den kulinarischen Köstlichkeiten der Insel genossen hat, findet im Auto eine Möglichkeit, die neu erworbenen Kilos gleich wieder loszuwerden. Regionale Spezialitäten wie die Kretische Ziegenkäsetarte verleiten dazu, tüchtig zuzugreifen, da wäre anschließend ein wenig Bewegung angesagt. Auch für dieses Problem hält der Sunnyclist L7e-C die passende Lösung bereit. Das Elektroauto besitzt unter den Rücksitzen eigene Pedale. So verwandelt sich das umweltfreundliche Fahrzeug bei Bedarf in eine Art Tretboot für die Straße. Damit steigt die Reichweite des Wagens noch einmal um 20 Prozent an. Doch damit dies funktioniert, müssen die Passagiere in die Pedale treten.

Vom Dreirad zum Elektroauto

Die Entwicklung des ungewöhnlichen Projektes nahm elf Jahre in Anspruch. Dessen Erfindung dürfen die Universität von Kreta und das Unternehmen Enermech für sich in Anspruch nehmen. Im Laufe der Zeit entwickelte sich der Sunnyclist L7e-C aus zahlreichen Vorgängerprojekten. Darunter befand sich vor mehr als zehn Jahren ein Dreirad, das von einem Elektro-Rad abgelöst wurde. Dieses hörte auf den schönen Namen Islander und kam auf eine Reichweite von 115 Kilometern. Der erste Prototyp des Sunnyclist L7e-C entstand bereits im Jahr 2014. Damals schaffte das Fahrzeug eine Strecke von 800 Kilometern an fünf Tagen. Damit war den Entwicklern klar, wohin der Weg sie führen wird.

Der Preis dürfte bei 8.000 Euro beginnen

Vor drei Jahren startete die Firma Enermech eine Kooperation mit der Universität von Kreta. Das Ergebnis dieser fruchtbaren Zusammenarbeit ist der Sunnyclist L7e-C. Derzeit wird an einem Prototyp gebaut, der ab Sommer dieses Jahres unter realen Bedingungen in Kreta getestet werden soll. Die ersten Crashtests wurden bereits erfolgreich absolviert. Das Fahrzeug soll in Kreta vor allem im Tourismus zum Einsatz kommen.

Dabei schwebt den Produzenten vor, dieses als Mietwagen anzubieten oder als Servicewagen für touristische
Attraktionen zum Einsatz zu bringen. Die Kosten dürften zwischen 8.000 und 13.000 Euro liegen. Der tatsächliche Produktionsstart wurde von Enermech bisher noch nicht angekündigt. Sollte es dazu kommen, kann die Insel Kreta auf ein innovatives Projekt verweisen, das bei Erfolg sicherlich zahlreiche Nachahmer finden wird.