Rauchfreie Grüße aus Wien.

Hallo, liebe Susanne,

vielen Dank für den sehr informativen und wie stets launig formulierten Beitrag über das Rauchen!

Hat mich an ein Erlebnis erinnert, als meine Frau und ich in den 90er-Jahren, also noch lange bevor das gesetzliche Rauchverbot (ein Scherz!) in Griechenland beschlossen worden war, das ganze Jahr über auf Syros wohnten. Insbesondere in den Wintermonaten, wenn man abends, da es schon zu kühl war, nicht mehr draußen sitzen konnte, gingen wir möglichst früh zum Essen in die Tavernen. Wir waren dann meist die ersten Gäste, die Luft war noch rein; während wir anfangs den Speisen mit Freude und Appetit zusprachen, verschlug es uns nach einiger Zeit, da nach und nach mehr und mehr Gäste eintrudelten eben jenen, zumal wenn die Schwaden des Rauchs der zahlreich entzündeten Zigaretten dichter und dichter an uns heranrückten.

Eines Abends hatten wir eine Verabredung mit Don Pedro, einem der katholischen (!) Priester der Insel, um uns über die Restaurierung von Ikonen zu unterhalten. Es war ein  lebhaftes Gespräch, in das sich jäh ein böser Hustenanfall meiner Frau mischte. Ich erklärte Don Pedro, dass meine Frau sich gerade erst von einer fieberhaften Erkältung erholt habe. Der Zigarettenrauch aber, der immer dickere Qualm im Raum würde ihr schon sehr schlimm zusetzen. Zu unserem Erstaunen  stand der Priester ganz plötzlich auf und rief mit Posaunenstimme in das Lokal:

»Ihr hört jetzt alle her!

Wir wollen hier mit Genuss und gesund essen! Und wir haben hier Gäste, die wir nicht mit diesem grausigen Qualm vertreiben wollen. In der Hölle habt Ihr noch genug Flammen zu erwarten! Also, wer jetzt nicht augenblicklich mit dem Rauchen aufhört, der bekommt es mit mir zu tun!«

Er rollte die Ärmel seines Pullovers und des groben Hemds über die kräftigen Arme, die dick wie Säulen waren. Alsbald lachten ein paar, und dann noch ein paar mehr, bis schließlich das ganze Lokal laut lachte und Don Pedro beklatschte und hoch leben ließ. Dieser jedoch ruderte mit den Armen und überschallte den Lärm:

»Wer wieder anfängt, kommt gleich raus mit mir auf die Gasse. Dort zünd ich ihm dann eigenhändig eine an! Also seid brav, denn im Himmel erwartet euch dafür schöne Musik!«

 Einen schönen rauchfreien Gruß aus Wien

 Paul Gourgai


Mehr von Paul findet ihr HIER.

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