Strassenhunde und Kastrationen.

Fakten über Strassenhundepopoulationen

Strassenhundepopulationen

Generell werden als Straßenhunde solche Hunde bezeichnet, die herrenlos auf der Straße bzw. in der freien Natur leben. Straßenhunde ernähren sich oft von Zivilisationsmüll, weswegen sie in der Regel in der Nähe menschlicher Ansiedlungen zu finden sind. Bisweilen werden einzelne Tiere von Menschen gefüttert, leben jedoch weiterhin wild auf der Straße. Hieraus ergibt sich der im englischen Sprachraum verbreitete Begriff „community dogs“.

Wieso sind Straßenhunde ein Problem?

Die Anwesenheit von Straßenhunden führt zu einer Vielzahl von Problemen. Aus der Sicht des Tierschutzes stehen die unberechenbaren und überwiegend schlechten Lebensbedingungen für die Hunde an vorderster Stelle. Den Hunden fehlen elementare Dinge wie Trinkwasser, ausreichend Futter, sowie Schutz vor Hitze oder Kälte. Oft wird der Überpopulation durch die Tötung oder das Einfangen und Wegsperren der Tiere begegnet. Hierdurch tritt eine weitere Verschlechterung der Lebensumstände ein: Die Euthanasie dieser Tiere geschieht selten nach tierärztlich anerkannten Standards, sondern allzu häufig auf ethisch nicht vertretbare Weise.

Ein zweiter Aspekt ist die Übertragung von Zoonosen. Als Zoonosen werden Krankheiten bezeichnet, dievon Tier auf Mensch bzw. umgekehrt übertragen werden können. Ein bekanntes Beispiel ist die Tollwut. Straßenhunde können Überträger solcher Erkrankungen sein, und somit birgt ihre Anwesenheit für Menschen ein Erkrankungsrisiko. Häufig führt die bloße Angst vor ansteckenden Krankheiten wie Tollwut dazu, dass ganze Populationen oder einzelne Hunde getötet werden.

Woher kommen die vielen Straßenhunde?

In Deutschland kennt man den Anblick streunender Hunde nicht. Man muss natürlich berücksichtigen, dass die Deutschen überwiegend sehr tierlieb sind und hier Hunde, die im Haus mit der Familie leben, absolut nichts ungewöhnliches sind. In vielen Ländern werden Hunde eher als Nutztiere als als Haustiere betrachtet. Der Nutzen ihrer Anwesenheit reicht von Wach- und Verteidigungsfunktionen über das Hüten von Herden bis zum Einsatz als Zugtiere (in den Polarregionen). In vielen Ländern führen die Hunde ein weniger stark an häusliche Gegebenheiten assoziiertes Leben. Die Quelle der Strassentiere ist nahezu ausschliesslich bei Besitzertieren zu finden, die sich unkontrolliert fortpflanzen. Überflüssiger Nachwuchs gelangt vorsätzlich oder fahrlässig in die Strassenhundepopulation. Um die Dynamik von Straßenhundepopulationen zu verstehen, muss man einige grundlegende Dinge wissen.

Tragfähigkeit

Dieses Phänomen bezeichnet den Umstand, dass ein festgelegtes Gebiet einer Spezies nur Resourcen für eine bestimmte Anzahl von Individuen bietet, um in dieser Umgebung zu existieren ohne nachhaltigen Schaden am Lebensraum anzurichten. Trivial ausgedrückt: Wenn ein Zimmer voll ist, passt keiner mehr hinein. Im Zusammenhang mit Straßenhunden sind limitierende Faktoren im wesentlichen der begrenzte Zugang zu folgenden Resourcen:

  • Futter
  • Wasser
  • Unterkunft

Somit pendelt sich die Zahl von Straßenhunden in einem festen Gebiet immer auf annähernd die gleiche Zahl ein, da die Natur die vorhandenen Resourcen ausnützt. Entnimmt man dieser Population nun Tiere (z.B. durch Einsperren in einem Tierheim oder Euthanasie (wie in vielen Ländern weltweit immer noch praktiziert), wird das Populationsdefizit sofort durch eine höhere Geburtenrate, Zuwanderung von Tieren von außerhalb und höhere Lebenserwartung der verbleibenden Tiere ausgeglichen. Die verbleibenden Tiere haben Zugang zu mehr Futter und mehr Wasser. Der Hauptfaktor für das Wiederauffüllen sind Geburten von Jungtieren innerhalb der Population sowie das Aussetzen von Welpen oder adulten Tieren. Quelle: Tieraerztepool.de.

Dagegen helfen nur Kastrationen.