Unsere abenteuerliche Reise…

von der Nordsee zu Radio Kreta.

Ein Beitrag von Daniela und Wolfgang Wehrmeier.

Kreta. Endlich wieder Kreta.

Letzten September ist endlich wieder eine  Reise auf unsere Lieblingsinsel möglich. E i n Ziel stand ganz oben  auf der Liste: der Besuch bei Radio-Kreta. Denn Ende 2020 stellte Jörg auf Radio Kreta unseren Foto-Bildband „Im Schatten des Olivenbaums“ vor und nun wollen wir ihm endlich sein persönliches Exemplar überreichen. 

Alle Fotos von Daniela und Wolfgang Wehrmeier.

Doch zwischen Dithmarschen in Schleswig-Holstein und Paleochora auf Kreta liegt ein weiter Weg. 1.390 km und 15 Stunden Fahrtzeit bis zum  Fährhafen Venedig-Fusina sagt uns das Navi bei Reisebeginn morgens um 4:30 Uhr. Seit wir den Jahresurlaub nicht mehr in 2 Wochen packen müssen, lieben wir es, mit dem Auto nach Griechenland zu fahren. Die erste Etappe ist zwar weit und anstrengend, aber wenn die Lagune hinter uns liegt und wir auf der Fähre sitzen, dann fängt der Urlaub an. 

Venedig aus der Ferne.

Trotz intensiver coronabedingter Maßnahmen verläuft das Check-in und Boarding reibungslos. An Deck genießen wir es ganz entspannt, die Sonne  auf der Haut zu spüren und das endlose Meer nach Träumen abzusuchen. Um halb neuen versinkt die Sonne im roten Gluthorizont. Die Fähre ist nicht voll, man kann Corona gut aus dem Weg gehen. Nach gut 22 Stunden taucht an Steuerbord Korfu auf, der Hafen von Igoumenitza ist nicht mehr  weit. Wie jedes Mal beobachten wir ganz fasziniert und mit einem Schmunzeln auf den Lippen das organisiert-chaotische Ausschiffen – ein warmes, glückseliges Gefühl steigt langsam in mir auf: Wir sind in Griechenland!  Endlich.

Leuchtturm von Lefkada. 

Wenn wir den Leuchtturm von Lefkada passieren, ist Patras nicht mehr fern. Es wird langsam wieder dunkel. Die Vorfreude steigt. Kurz vor Mitternacht lassen wir die Fähre, den Hafen und das Lichtermeer von Patras hinter uns und biegen auf die Straße Richtung Süden ein. 

Abendstimmung im Hafen von Gythio 

Unsere Zwischen-Etappe auf der Peloponnes ist Gythio. Dieses beschauliche Hafenstädtchen mit viel Charme und wenig Tourismus bietet ein  wunderschönes Umland und ist idealer Ausgangspunkt für Touren in die Mani oder beliebte Ziele wie Monemvasia, Mistras oder die Trauminsel  Elafonnisos. Wir haben Gythio kennengelernt, weil von hier aus – immer  Mittwochs – die MS Aqua Jewel (Seajets Ferrys) in den Westen Kretas, nach Kissamos abfährt.

Nächtliches Anlegemanöver auf Antikythira 

Und wieder geht es auf die Fähre. Kythira – Antikythira – ich kann es kaum noch erwarten. In mir steigt ein unbeschreibliches Gefühl von Wärme und Erregung auf. Nach knapp sieben Stunden ist von Gramvousa die Silhouet te im Mondschein zu erkennen, noch weit weg die Hafenlichter von Kissamos, aber ich kann sie schon riechen: Da ist sie endlich! Kreta, meine Insel! 

Strand-Narzissen in der Bucht von Kissamos 

Unser Schlaf-Platz war in der Dunkelheit der Nacht gut gewählt: Am Morgen begrüßt uns ein Meer aus Strandnarzissen, die taufrisch in den frühen  Sonnenstrahlen leuchten. Voller Glückshormone und mit gedrosselter Rei segeschwindigkeit geht es in den Tag. Wir wollen die Fahrt an die Südküste  Kretas genießen, keine Kleinigkeit am Rande unseres Weges verpassen.  Ein kleiner Kafedaki an der Platia in Kissamos, die Old Road Richtung  Westen, bei der großen Platane in Kaloudianá biegen wir ab gen‘ Süden …  in Topólia hat an der Hauptstraße ein Olivenholz-Kunsthandwerker-Mega-Store aufgemacht und wir fragen uns, ob uns das gefällt … uns beeindruckt viel mehr die Agia Sophia Höhle und die imposante Topólia Schlucht! Wir kommen nur langsam voran, denn die wunderbare Landschaft und die –  immer wieder – faszinierenden Olivenbäume verleiten uns ständig zu Foto Stopps. 

Olivenbäume und Ziegen unterwegs 

Aber genau das lieben wir an dieser Insel! Einige Motive erkennen wir wieder. Sie haben schon einen Platz in unserem Buch gefunden und – sie sind  immer noch an ihrer gewohnten Stelle und immer noch wunderschön! Ach,  Kreta! Aber wir entdecken auch neue Fundstücke: In einem Hain stoßen  wir an einem gewickelten Netz auf leere Zikaden-Hüllen nach einer Häutung. Kurz vor Palaiochora suhlt sich eine Großfamilie Schweine im kühlen Matsch der mittäglichen Sonne – ein seltener Anblick auf Kreta. 

Leere Zikaden-Hüllen unterm Olivenbaum

Die Natur auf Kreta.

Frischlinge 

Gegen 14:00 Uhr erreichen wir Kálamos, mit telefonischer Unterstützung findet auch TomTom die Station von Radio Kreta. Jörg begrüßt uns herzlich mit einem Kaffee im idyllischen, angenehm schattigen Innenhof. Wir tauschen Erfahrungen mit den Sitten und Lebensweisen Kretas aus, plaudern über die gemeinsame ferne Heimat, über das Heute und die Zukunft. Endlich können wir Jörg auch „sein“ Exemplar unseres Buches überreichen. Er schreibt uns eine Widmung und fragt, ob wir nicht ab und zu einen Beitrag für Radio Kreta verfassen wollen.  

Jörg und Wolfgang bei Radio Kreta 

Nach einem Blick in seine kulinarische Küche und sein Büro machen wir  uns wieder auf den Weg Richtung Norden. Mit vielen neuen Gedanken und  Plänen im Kopf und … ich bin ein bisschen neidisch auf Jörg, der irgendwann den Mut gefasst hat, auf der Insel zu bleiben. Danke, dass du da bist  und für uns „Heimfahrer“ den Kontakt zu Kreta lebendig hältst!

Yiamas.

Wir stoßen auf dich an, Jörg, und auf das Leben und auf Kreta und auf ein gesundes  Wiedersehen.

Der Fotobildband von Daniela und Wolfgang Wehrmeier ist zu beziehen über WIWLIO Verlag, https://wiwlio.jimdofree.com/ 

Mit einem Click auf das Banner kommt ihr zur Website von Daniela und  Wolfgang.

Daniela und Wolfgang Wehrmeier – Zwei Fotokünstler und Designer, zwei Liebhaber der Fotografie und Griechenlands – eine jahrzehntelange Liebe, die auch ihren kürzlich erschienenen, wunder­schönen Bildband „Im Schatten des Olivenbaums – Griechische Sehnsuchtsorte“ durchzieht. 18 Mal haben sie bis heute mit ihren Kameras Kreta und Peloponnes durchreist. Daniela und Wolfgang fuhren mit dem Auto oder wanderten jenseits der Touristenwege, erlebten das Land in seiner Ursprünglich­keit – und begegneten Menschen, die ihnen das Tor zur griechischen Seele öffneten.

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