Ausflugstipp: Das Dorf Mirtia mit seinem Kazantzakis-Museum.

Heute gibt es mal wieder einen schönen Ausflugstipp für die „Mitte“ Kretas – das Dorf Mirtia. Es liegt ca. 21km südöstlich von Heraklion, wenn man der Straße über Knossos hinaus folgt und knapp 9km in Richtung Skalani/Kastelli abzweigt, ist es ausgeschildert. Auch ein schöner Besuch in Thrapsano – einem Töpferort mit langer Tradition – bietet sich von hier aus an.

Eine Hommage an den großen Sprachkünstler?

 

Mirtia empfiehlt sich vor allem als Zwischenstation auf der Fahrt durch eine der schönsten Landschaften Kretas. Das 1983 eröffnete Kazantzakis-Museum befindet sich am Hauptplatz des Dorfes im rekonstruierten Haus der Familien Kazantzakis und Anemogiannis. Hier verlebte der Vater des wohl berühmtesten Dichters der Insel – vielleicht sogar ganz Griechenlands – seine Kindheit, ehe er nach Heraklion (damals noch „Candia“) zog und eine eigene Familie gründete, der dann auch der berühmte Nikos entsprang.

Besagter Nikos Kazantzakis schrieb über seinen Vater „Mein Vater sprach selten, lachte nicht, schimpfte nicht (…). Er war unzugänglich, schwer zu ertragen.“ (Anm.d.Red: Na – hätte ja fast ein Norddeutscher sein können….).

Dass dieser stolze „dunkle“ Mann die türkischen Besatzer hasste, war klar – überraschend hingegend ist, dass er auch das bäuerliche Leben verachtete, obwohl er selbst in einem Bauerndorf aufgewachsen war.

Das Kazantzakis-Museum.

Das seinem Sohn und Nationalhelden Nikos gewidmete Museum zeigt persönliche Gegenstände, Fotos, Manuskripte, Bühnenbildentwürfe seiner Theatersücke und Ausgaben seiner Werke in allen Übersetzungen. Eine Video-Show informiert über das Leben und Werk des Schriftstellers Nikos Kazantzakis.

Ein schöner Ausflug nach Thrapsano

Die Hauptstraße von Skalani nach Kastelli führt durch eine fruchtbare, von Weinbergen und Olivenhaine dominierte, stille Hügellandschaft, die in totalem Kontrast zur touristisch geprägten Küste steht. Im Spätsommer, meist so ab August, fahren hier Bauern auf altertümlich anmutenden Dreiradautos die Traubenernte ein und ab und zu – wenn auch immer seltener – kreuzt ein Eselreiter den Weg – als sei die Zeit stehen geblieben.

Um in das kleine Dorf Thrapsano zu kommen, folgt man der Abzweigung nach Kastelli, die von der Hauptstraße aus ausgeschildert ist. Nur in diesem Dorf – vom Töpferdorf Margarites mal abgesehen – arbeiten noch einige Berufstöpfer nach alter Tradition – hier werden noch die alten großen und mittelgroßen „Pithoi“ (πίθοι) – uralte Vorratsgefäße aus Ton – hergestellt, wie es sie schon zu Zeiten der Minoer gab.

Die Töpfer-Erde wird der großen Tongrube im Norden des Dorfes entnommen, die Töpfer arbeiten während der Sommermonate. Leider werden allerdings die Lagerplätze unverkauften Gefäße immer größer – es handelt sich um einen aussterbenden Beruf….

Sehr interessante Hintergründe: eine historische Notiz zu Nikos Kazantzakis – von Freund Holger Czitrich-Stahl. 

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