Das kretische Dorf, in dem niemand raucht.

Sachen gibt´s, die gibt´s gar nicht!

Es gibt doch tatsächlich in diesem Land der Raucher ein Dorf, in dem niemand raucht, wo es in keinem Geschäft Zigaretten oder Tabak zu kaufen gibt – und Aschenbecher sind längst aus dem Dorfbild verbannt. Die Bewohner des Dorfes Skotino beschlossen bereits vor vierzig Jahren (!), die schlechte Gewohnheit des Rauchens aufzugeben. Da kamen sie der Politik aber mal weit zuvor!

Niemand im malerischen Dorf Skotino bei Hersonissos (Präfektur Heraklion) kann sich wirklich daran erinnern, wie das alles begann – wie und warum diese Anti-Raucher-Haltung entstanden ist. Aber das ganze Dorf hält sich an dieses ungeschriebene Gesetz, ob jung oder alt. Diese besondere Tradition geht von Generation zu Generation weiter, und kaum jemand spricht über dieses Nicht-Thema.

Das ist eine echte Rarität in der griechischen/kretischen Landschaft, in der das Anti-Raucher-Gesetz eigentlich ja nur vorhanden ist, um gebrochen zu werden.

Die Besucher scheinen diese lokale Tradition allerdings zu respektieren und verzichten auch auf das Rauchen. Nun ja – da gibt es dann auch wenig echte Alternativen, denn es gibt hier weder Aschenbecher noch Kioske oder Läden, in denen Zigaretten u/o Tabak verkauft werden. Ein Einheimischer versuchte es trotzdem – also das mit dem „Zigaretten verkaufen“ – scheiterte allerdings kläglich, da halt keiner mehr kaufte. Er hat´s dann auch bleiben lassen….

Ein alter Kafenion-Besitzer berichtet, im Jahr 1968 die letzten Zigaretten verkauft zu haben, zeigt zwei steinzeitlich anmutende Aschenbecher und sagt stolz: „Es ist nichts drin, sie sind leer.“ Und fügt hinzu: „Ich habe zwei Kinder und fünf Enkelkinder, nur mein Sohn raucht – aber der ist ja in Heraklion!“

Andere Einheimische sagen, dass ihr Dorf Skotino einzigartig ist, da viele Menschen in anderen Dörfern und eigentlich überall auf der Insel (in Griechenland?) nach wie vor rauchen. „Wir haben saubere Luft hier, in einigen Dörfern rauchen sie wie Schornsteine“, sagt eine Frau lachend.

Natürlich gelten hier „eigentlich“ die gesetzlich vorgeschriebenen „Nichtraucherschutzgesetze“. Es hält sich – trotz drastischer Straf(androhung)en kaum jemand dran. Wenn man draussen sitzt, was ja meist so ist, ist das eh kein Problem – drinnen dann u.U. schon, aber auch da schaut man mal großzügig drüber hinweg….

Wo kein Kläger, da kein Richter……

Auch interessant: Ein nicht wirklich umgesetztes Nichtraucherschutzgesetz und die Kulturgeschichte des Tabakkonsums. 

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