Ausflugtipp: Das „Museum des nationalen Widerstandes“ in Viannos.

Ende Januar 2016 wurde in Viannos das „Museum des nationalen Widerstandes“ eröffnet und eingeweiht – und zwar vom damaligen Innenminister Panagiotis Kouroumblis persönlich. Viannos liegt etwa 65 km südöstlich von Iraklio und 40 km westlich der südlichsten Stadt Europas: Ierapetra, irgendwo dort in den Bergen.

Die Gedenkstätte

Besagtes Museum befindet sich am Eingang der Gedenkstätte Amiras, ganz in der Nähe von Meliana, wo die legendäre Exekution Ano Vianno´scher Partisanen stattfand. Dieser Vorfall wird beispielsweise im Angelsächsischen und in Griechenland auch als „Holocaust von Viannos“ (Ολοκαύτωμα της Βιάννου) bezeichnet.

In Amiras befindet sich ebendiese Gedenkstätte, die u.a. aus an der rechten Seite stehenden Gedenktafeln besteht, die die Namen der Ermordeten auflisten. Auf den vier Steintafeln (griechisch, englisch, französisch und deutsch) kann man eingemeißelt ein Gedicht von Vasilis Rotas (1889–1977) lesen:

„VORBEIGEHENDER ACHTUNG – HIER UNTEN BEFINDEN SICH LEICHEN – DIE NIE BETROGEN HABEN, DIE NIE GELOGEN HABEN – DIE TYRANNEN NIE GEACHTET HABEN. VORBEIGEHENDER ACHTUNG – MIT REINEN GEDANKEN DENKE ÜBER SIE UND WENN DU DIESES SCHÖNE LICHT GENIEßT – UND OHNE ANGST HIER LAUFEN KANNST UND WENN DU GELIEBT WIRST – UND SELBER LIEBST – UND ALLES GUTE DAS DU IM LEBEN HAST HABEN DIR DIESE LEICHEN GESCHENKT. V. ROTAS“

Die Gedenktafeln in Amiras

Und irgendwie hat man da auch als – rein geburtsjahrtechnisch – Unbeteiligte(r) einfach nur einen dicken Kloß im Hals und wird demütig. Diese Zeilen in einer so überwältigend schönen Landschaft – da trifft Grausamkeit auf Schönheit. Es ist schon ziemlich schwer, all das zusammen zu bekommen. Ohne Gänsehaut und Demut geht es auf keinen Fall – und das ist ja auch gut so. Auf dass so etwas NIE mehr passieren darf!

Das „Museum des nationalen Widerstandes“ ist eine Gedenkstätte zur Erinnerung an die Gräueltaten während der deutschen Besatzungszeit im 2. Weltkrieg. In den Tagen vom 14.-16. September 1943 wurden hier, also in Viannos, mehr als 350 Menschen exekutiert (die Angaben liegen zwischen 358 und 451 Personen) – darunter auch viele Frauen und Kinder. In diesem neuen Museum befinden sich authentische Zeitzeugen – Dokumente, Fotos, Relikte. Ein Ort für Demut und Besinnung.

All diese Relikte – lebende Illustrationen und konkrete Beispiele der mutigen Taten, die von einigen wenigen „Helden“ vollbracht wurden – haben einerseits die Bestimmung, alles Geschehene im Andenken zu erhalten und andererseits all das Geschehene auch den kommenden Generationen zu vermitteln – auf dass es nie mehr so weit kommen möge!!!

Scheffredaktion mit Freund Maik (links) in Amiras

Dieses Museum ist auf jeden Fall einen Besuch wert. Und die Gedenkstätte von Amiras allemal, denn außer Historie und Gedenktafeln bekommt man hier auch noch einen wundervollen Blick aufs Libysche Meer – und da sprechen wir aus eigener Erfahrung, denn wir waren selbst schon mehrfach da!

Quelle: chaniapost.eu und eigene Erfahrungen.

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