Kreta pur: Das Bergdorf Arkalochori (Aρκαλοχώρι).

Eines der ersten Dörfer, in die mich meine erste Südkreta-Erkundungsreise führte (bzw. man(n) mich ent-führte….) war das Bergdorf Arkalochori (Aρκαλοχώρι). Arkalochori liegt südwestlich von Archanes, das wiederum südlich von Heraklion liegt- alles in allem ca. 35 km südlich der kretischen Hauptstadt. Zur Lokalisierung am Besten einfach einmal mit dem Zeigefinger auf der Kreta-Karte von Heraklion aus nach „unten“, also nach Süden, fahren und – zack – schon ist man da.

Viele Wege führen nach Arkalohori.

Naja, fast. Im wirklichen Leben ist die Fahrt etwas kurviger und hügeliger, aber wunderschön – vor allem jetzt im „Winter“. Alles grünt und blüht, es ist fast kein Verkehr und – einmal über die Berge gelangt – hat man einen atemberaubenden Blick auf das libysche Meer.

Arkalochori an und für sich ist für Touristen eher nicht so das Highlight. Ein 5.000-Seelen-Dorf, das ungefähr 35 km südlich der „großen Stadt“ auf einer Höhe von 400 m ü.NN. liegt. Es ist eine kleine Stadt, die ständig wächst und ihre Einwohner hauptsächlich in der Landwirtschaft, im Handel und in der Kunst tätig sind.

Und hier findet jeden Samstag ein Wochenmarkt statt – direkt im Dorfzentrum – und das ist sicherlich eines der Highlights der Region. Dieser Wochenmarkt hat seine Wurzeln in der osmanischen Zeit – noch dazu findet hier auch jährlich die größte Landwirtschafts- und Handelsmesse auf Kreta statt.

Die Stadt ist relativ neu und daher sind die Häuser nicht in traditioneller Architektur gebaut, aber es lohnt sich, die umliegenden alten Kirchen zu besuchen. Und vor allem besagten Wochenmarkt!

Der legendäre Wochenmarkt

Unser „Wochemarkt-Verweilplatz-Favourite“ ist das Kafenion der „Eulen“- Koukouvagkies (κουκουβάγιες). Hier geht es ab früh morgens schon hoch her, die nachtschwärmenden Eulen nehmen hier ihren „Absacker“, die Frühaufsteher ihren ersten Kaffee (denn der ist ja WICHTIG!!!). Noch dazu beliefert man auf Telefonanruf hin hier auch die entsprechenden Marktstände mit Kaffee, Bier, Wein, Souvlaki und Sonstigem – alles läuft ganz wunderbar.

Und im Kafenion trifft sich so ziemlich alles und jeder – man setzt sich einfach hin und – zack – sitzt gleich noch ein alter Bekannter dabei, lädt noch andere noch ältere Bekannte mit ein und schwurbeldiwupp hat man mal wieder eine „kali parea“. Und das Ende derselben ist und bleibt mal wieder offen….- urgs…..!

Aber nun nochmal zum Markt an und für sich: hier findet man außer Obst, Gemüse und sonstigem Grünzeugs natürlich auch lebende und tote Tiere, Käse der verschiedensten Sorten, Honig, Öl, Wein und Raki – und natürlich auch Klamotten. Vom schicken BH Größe Doppel- oder Dreifach-D über den String-Tanga hin zu dicken Socken, stylishen Gummistiefeln, sonstigem T-Shirt- und Jogging-Anzug-Gedöhns – es ist sicher für jeden etwas dabei. Und auch für die Wohnungsausstattung ist natürlich gesorgt, viele Tischdecken und Zierdeckchen, Gardinen und Bettüberwürfe – es gibt nichts, was es nicht gibt. Kretischer Wochenmarkt halt….. Man muss ja auch nix kaufen, gucken reicht ja oft auch schon!

Die kretische Seele

Na, egal. Für mich ist Arkalohori einer der „Ankerpunkte“ im Südosten Kretas, machten wir dort doch ziemlich regelmäßig einen „Stop-Over“ auf dem beschwerlichen Weg von Heraklion zurück nach Hause – nach Tsoutsouras. Wenn dort grade mal kein Markt war, hatten wir doch immer eine zuverlässige Anlaufstelle – ein Kafenion auf der Hauptstraße, wo es außer dem „Stop-Over-Bierchen“ auch immer noch die wundervollsten Überraschungs-Mezé gab. Und die schlugen regelmäßig alle Rekorde. Sei es ob der Qualität, sei es ob des Überraschungsfaktors (Garnelen mitten auf dem Berg….) – es war immer wieder eine Offenbarung!

Wenn mich jemand fragt, wo ich die „kretische Seele“ zum ersten Mal gespürt habe, wird meine Antwort immer „Tsoutsouras“ sein. Und gleich danach kommt „Arkalochori“! Und dann Lefkochori, Selakano und Kalamafka. Und viele viele mehr – Sarakina und Voutas nicht zu vergessen – ach – all die Dörfer und Dörfchen im kretischen Hinterland! Aber das muss jeder für sich erschließen, was dem einen taugt, ist dem anderen ja nicht unbedingt recht.

Nur ein Tipp: lasst Euch einfach drauf ein – Sprachkenntnisse hin, wilde Gestik und Mimik her (wobei Sprachkenntnisse nicht unbedingt von Nachteil sind…). Streift den Nord- und Mitteleuropäer einfach ab oder lasst ihn am Besten gleich zu Hause, der hat hier nix zu suchen, denn hier ticken die Uhren (und Kalender) einfach anders. 

Frei nach Hermann Hesse: Wohlan denn, Herz – nimm Abschied und gesunde!

Radio Kreta – Musik und Informationen vom 6. Kontinent.

Post to Twitter Post to Delicious Post to Facebook Post to MySpace

Ein Kommentar

  1. Moin und Kalimera, von Arkalochóri bietet sich auch ein Abstecher ins Töpferdorf Thrápsano an.

    schönen Sonntag noch, kv

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Bitte Anti-Spam-Sicherheitsabfrage beantworten: *