Tom de Belfore
Früher
So habe ich Griechenland lieben gelernt. Mehr brauchte man nicht um glücklich zu sein.
Leise griechische Musik in der Taverne, einfache, leckere Speisen, nicht teuer, am Strand ein Handtuch, keine Liegen, keine laute Beschallung mit Bässen, die den Herzschrittmacher neu taktieren, dafür Meeresrauschen., keine Handys am Strand mit schwerhörigen Leuten, die so laut sprechen, dass man es noch in 100 Meter Entfernung hört. Keine Strandgebühren, keine lästigen Strandverkäufer mit ihren gefakten Waren, man konnte noch eine Nickerchen machen, es gab auch fast kein Müll am Strand, weil man in der Taverne gegessen und getrunken hat, man betrachtete das Meer, Wolken und Himmel und träumte vor sich her.

Heute
Heute regiert die Gier den Strand, laute Musik dass man das Meer nicht mehr hört, teure Liegen, die weit aus mehr kosten, als man früher für das Essen mit Freunden in der Taverne bezahlt hat, viele brüllen in ihr Handy auch wegen der lauten Musik aus der Strandbar, die Preise für Getränke und und Snacks sind total überteuert, die Liegen sind so eng zusammengestellt, dass man problemlos die Person auf der Nachbarsliege berühren kann, ja fast muss, wenn man sich umdreht beim gemeinsamen Braten in der Sonne. Früher wehte eine Duft von frisch gegrilltem Fisch am Strand, heute stinkt alles nach Sonnencreme.
Und der Strandbesuch gleicht eher einer Modenschau, wo jede/jeder seine überteuerten, aber sehr stoffarme Badebekleidung üppig zur Schau trägt. Und mit viel Alkohol zucken dann die fast nackten Leute zur ohrenbetäubenden Beschallung, die jede Waschmaschine im Schleudergang zum Wohlklang werden lässt.
Aber das ist nicht mehr das Griechenland, dass wir so sehr geliebt haben.
Deshalb findet man mich an den Stränden nur noch früh morgens, wenn ich eine Stunde schwimme und mich dann wieder an ruhige Orte begebe, wo ich noch Meer, Wind und die Vögel hören kann.

Die Gäste der Anlage werden, wie mir scheint, den beschriebenen Sonnenuntergang zwar im Rücken haben, die im Hafen ankommenden Migranten jedoch zuerst sehen können!!!
Es gibt sie noch, die Strände und Orte, die im ersten Teil dieses Artikels beschrieben werden. Ohne Liegen, nur das Meer, die Sonne, der Sand, mein Handtuch, mein Schirm und ich. Ohne Geschrei, allerdings auch ohne Toiletten und Strandbar. Schaut Mal genauer hin.
Genau so sieht es aus! Alles für die lieben Touristen.
Auch ich bin seit Jahren morgens um 8 Uhr am Strand und wenn um 10.00 Uhr die Touries kommen, sich ohne Rücksicht lautstark unterhalten und sich, obwohl fast sämtliche Liegen noch frei sind, genau neben mich packen, muß ich gehen. Zu Hause ist es dann besser.
Immerhin ist es ja anerkennenswert, wenn die überhaupt etwas anhaben. Ofmals wird einem ja auch noch der Anblick deren Genitatlien zugemutet. Das muß man erst recht nicht haben.