Ärger in der Messara.

Der kleine Ort Kalamaki in der Messara-Ebene ist tot.

Gestern haben die Behörden Bußgelder verhängt und somit die Tavernen am Strand geschlossen. Anlass war eine neue gesetzliche Regelung die besagt, dass 50 Meter vom Meer nicht gebaut werden darf. Gilt das für ganz Kreta?

Saison in Kalamaki: Alle Tavernen geschlossen.

Das fragt man sich schon, wo fängt das Meer an und wo hört es auf?

Da hier Gesetze niemals eindeutig sind und auch der Geltungsbereich nicht exakt geklärt ist, beginnt grad eine große Diskussion zwischen den Eigentümern und der Politik. Selbst Michalis, der Bürgermeister dort, ist persönlich betroffen. Man darf gespannt sein auf den Ausgang. 

In Kokkinos Pirgos soll das Gleiche passiert sein.

Da tut sich was.

Friedliche Besetzung des Rathauses von Phaistos durch die Bewohner von Kalamaki und Kokkinos Pirgos heute von 7.00 bis 13.00 Uhr. „Wir fordern den Stop des Abrisses durch die Immobilienverwaltung und keine von der Hafenbehörde auferlegten Bußgelder. Gleichzeitig fordern wir eine Neudefinition der Strandlinie.“

Freund Markus ist vor Ort und hält uns auf dem Laufenden. Danke, Markus.

Update 17.05.2019, 15:00 Uhr.

Πολιτιστικός Σύλλογος Καλαμακίου

 Liebe Kalamaki-Freunde,

„Die letzten 24-Stunden waren für uns alle sehr nervenaufreibend, beunruhigend und unwissend.

Es ist aufgrund eines Feuerbrandes mit bedauerlicherweise vielen Opfern auf dem Festland in Griechenland ein neues Gesetz bzgl. der „Roten-Zone“ erlassen worden. Diese Roten-Zonen sind generell für jeden Ort in Griechenland wahllos ohne Berücksichtigung der Umgebung benannt. Dies führte dazu, dass die komplette Strandpromenade sich in der Roten-Zone befindet und nicht betrieben werden dürfte und gestern geräumt wurden, um Geldbußen zu verhindern.

Nach einer halbtägigen Sitzung von heute morgen können wir erfreulicherweise berichten, dass unser geliebtes Kalamaki nicht aussterben wird.

Es wird eine Sondergenehmigung zur normalen und gewohnten Betreibung des Strandpromenade erlassen. Wir entschuldigen uns für die späte Aufklärung, aber wir mussten alle zusammen für den Erhalt unseres Stranddorfes handeln, um ein positives Ergebnis zu erzielen.

Wir hoffen sehr euch ggf. Ängste um die Zukunft von Kalamaki hiermit zu nehmen und freuen uns jetzt schon euch hoffentlich bald erneut in unserem Ort begrüßen zu dürfen.“

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7 Kommentare

  1. Letztes Jahr, in einer wassernahen Taverne, noch lecker Dakos, Tzaziki und Mythos sowie den Blick aufs Meer bei einem kurzen Stop in Kalamaki genossen. Im Laufe der letzten Jahre (natürlich mit anderen Speisen, man will und muss sich ja nicht einseitig ernähren) selbiges in Matala, Ierapetra, Koutsounari, Makry Gialos, Kato Zakros, Sitia, Mochlos, Pachia Ammos, Agios Nikolaos, Ligaria, Pantanassa, Rethymnon, Georgioupolis, Chania und Agia Galini. Ausserdem auf Samos, Zakynthos und Kos. Und überall wollen sie die Tavernen in weniger als 50m Entfernung zum Meer schließen? Die Hotels dann konsequenterweise auch?
    Da kann ich nur sagen (in Anlehnung an den bekannten, beleibten Gallier): Die spinnen, die Griechen!

    Ich komme aus Kiel und brauche Wind und Meer auch im Urlaub. Selbst hier gibt es nicht solch unsinnige Bestimmung. Wo Meer, da auch Restaurants mit Meerblick, teilweise deutlich näher am Wasser als die Tavernen in Kalamaki.
    Ich checke das mal im September „vor Ort“ – wenn das durchgezogen wird, werde ich ’ne Demo organisieren!

  2. Betrifft wohl nur die ohne Baugenehmigung.

    Gruß vom Ligres Beach 10m vom Strand.

    Elke & Marcus

  3. Wer hat sich sowas ausgedacht? In Thailand genau dasselbe – was soll damit erreicht werden?
    Schade schade… Und genau jetzt zu Beginn der Saison.
    Hoffentlich kann noch eine Einigung erreicht werden!
    Würde mich auch interessieren, ob diese neue Regelung für ganz Kreta gilt – riecht nach Schikane.

  4. Danke für euer schnelles Update! Das erleichtert mich doch sehr! Nicht nur, dass ich ungern in zwei Wochen ohne Tavernen und Co dagestanden wäre, auch für die Betreiber und unsere Freunde freut mich die Entwicklung riesig!

  5. Wenn es die „Bauten“ betrifft, welche ohne Genehmigung entstanden, ist das nachvollziehbar.
    Aber auch in diesen Fällen könnte man „griechisch-entspannter“ vorgehen, indem man den Besitzern ermöglicht, einen Antrag nachträglich einzureichen, z.B. bis Mitte Juni. Bei Einreichung erhebt man für dieses Jahr eine diesjährige, saisonale Nutzungsgebühr für das ungenehmigt Erbaute und entscheidet bis zum Jahresende, ob man den nachträglichen Antrag genehmigt oder nicht.
    So oder anders – ich bin positiv gestimmt, dass die Griechen/Kreter untereinander einen schnellen, für alle annehmbaren Kompromiss finden.

  6. Sondergenehmigung?
    Sondergebühren ?
    Und die Tatsache, dass in vielen Nachbardörfern immer wieder auf die angeblich „illegalen“ Bauten hingewiesen wird, lassen eher auf eine sondersteuer schließen.
    Vielleicht wurde einfach nicht der richtige geschmiert.
    Wie auch immer, wenn das Gesetz durchgezogen wird kann Griechenland einpacken…. wäre aber das erste mal…

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