Sozialhilfe auf Kreta – eine Zwischenbilanz.

Nun ist es schon gut 6 Wochen her, dass wir unseren ersten „Harald braucht Hilfe“-Aufruf gestartet haben und heute ziehen wir einfach mal Zwischenbilanz. Man lernt ja immer dazu und seine Mitmenschen – im Guten wie im nicht so Guten – immer besser kennen. Und da wir natürlich auch einen gewissen Mitteilungsdrang haben, lassen wir eben diesem grade mal so freien Lauf.

Wir kennen Harald nun seit gut 9 Jahren und sind einfach nur „Bekannte“ geblieben. Den großen Schritt zur „Freundschaft“ haben wir nie gemacht, aber das ist auch irrelevant. Denn wir denken, dass es ganz einfach eine Menschenpflicht und ein Akt der Nächstenliebe ist (und dazu braucht es weder Kirche noch sonstige Institutionen, die einem sowas einreden wollen), einem Menschen, der ganz ganz unten angekommen ist und ohne Hilfe einfach auf der Straße verrecken würde (man verzeihe mir die deutlichen Worte!) zu helfen.

Leider ist diese Sichtweise offensichtlich eher unpopulär

Wir sind ja nun mal auch recht engagiert im Tierschutz unterwegs – geschockt hat uns jedoch, dass für jedes großäugige und fluffige Vierbeiner-Welpen mehr Empathie aufgebracht wird, als für einen am Limit herumkrebsenden, auf der Straße lebenden und nicht mehr handlungsfähigen Alkoholiker. Auch unser Herz schlägt für alle hilfsbedürftigen Vierbeiner – wir fühlen uns allerdings den mindestens ebenso hilfsbedürftigen Zweibeinern genauso verpflichtet. Weil wir Menschen sind. Und für uns das Wort „Menschenwürde“ kein Fremdwort ist, sondern eines, über das man überhaupt nicht reden muss, weil selbstverständlich. Alkoholiker hin, „selbstverschuldeter“ Abstieg her.

Nun gut, wir sahen, dass Harald kaum eine Überlebenschance gehabt hätte, hätte man ihn nicht von der Straße weggebracht. Deshalb Peters und unser Spendenaufruf, denn aus eigener Tasche können wir das einfach nicht leisten (könnten wir es, würden wir es tun!!!). Und – Überraschung! Viele unserer deutsch-österreichisch-schweizer und auch skandinavischen Freunde (stellvertretend für alle: Danke, Mario) haben gespendet. Und zwar ohne danach zu fragen, warum die Spenden auf ein deutsches Konto gehen (Antwort: weil viele Deutsche lieber auf ein deutsches Konto überweisen, als auf ein Griechisches!). Oder warum die PayPal-Adresse auf susana.jansen@gmail.com lautet. Tja, weil Scheffredakteuse dieses E-Mail Konto aus ihren hispanischen Zeiten einfach beibehalten hat, damals noch nicht mit dem Krüger verheiratet war und den hispanisierten Vor- plus angeborenen Nachnamen ebenso fortgeführt hat. Sonst noch Fragen?

Etwas Wärme ist wichtig.

Wir haben eine wundervolle Resonanz uns vollkommen unbekannter Menschen erfahren – manche haben einfach Produkte in unserem Shop bestellt, deren Erlös zu 100% der „Sozialstation“ zu Gute kam – manche haben auch einfach „nur so“ gespendet. Und der Eine oder die Andere hat sogar beides getan. 

Was kann man tun, wenn man wirklich was tun will?

Ach ja, und wenn Ihr wirklich helfen, aber kein Bargeld dafür spenden wollt: geht mal in die Apotheke und besorgt Eisentabletten oder sonstige Nahrungsergänzungsmittel – oder kauft mal im Supermarkt ein. Frisches Obst und Gemüse, Hülsenfrüchte, Nudeln, Hackfleisch, Leber, Joghurt, Käse und frisches Brot sind immer willkommen. Oder mag jemand mal ne Marmelade kochen oder nen Kuchen backen? Wäre dem Spenden-Budget und Haralds Gesundheit sicherlich zuträglich. Ach ja, auch noch ne gute Idee: mag mal jemand dreckige Wäsche waschen (wird zumindest virtuell ja schon sehr gerne gemacht….) oder einfach mal durchfeudeln? Herzlich willkommen!!!

Aber was uns wirklich erschüttert, sind die Reaktionen einiger ortsansässigen Lästermäuler, die uns auch noch unterstellen, die Spendengelder zu veruntreuen. Vorzugsweise sind das hier stellenweise nur in Teilzeit ansässige Ausländer, die nicht nur ihre illegalen Immobilien während der Saison unter der Hand an „Freunde“ vermieten, sondern sich auch noch dahingehend äußern, dass „der blöde Alki ja selbst dran schuld ist“, „warum hat der keine Krankenversicherung?“, „hat der nie gearbeitet oder wieso sonst hat der keine Rente?“ oder auch gerne „der saß ja wohl auch mal im Knast – wahrscheinlich ja auch nicht ohne Grund!“.

Ja, stimmt sicherlich alles – aber lässt man deswegen einen Mitmenschen einfach so auf der Straße verrecken?

Wohlgemerkt, die Menschen, die sich diesbezüglich wie oben angemerkt äußern, sind alles Leute, denen es an sicherlich vielem, aber nicht an Geld fehlt.

Habt Ihr alle noch nie einen Fehler im Leben gemacht? Könnt Ihr alle ohne irgendwelche sozialen Kontakte, Rückhalt und Unterstützung leben? Gratulation – Ihr seid Helden!!!

Egal, wir machen weiter. Harald wird hoffentlich auch diesen Sommer noch überleben – für den nächsten Winter lassen wir uns wieder was einfallen – frei nach den Beatles: With a little help from our FRIENDS.

Aber immerhin durchleben wir gerade auch wieder eine Lernkurve – und das ist gut so, denn solche Fälle werden sich sicherlich in Zukunft häufen. Ob wir dann darauf wirklich gut vorbereitet sein werden, wissen wir nicht – aber wir lernen ja schließlich auch dazu.

Und falls es noch jemanden interessiert: das mittlerweile recht dringend benötigte Beatmungsgerät für Ilias trifft wohl am 15. März hier ein – auch hier einen dicken Dank an Erwin & Co (Griechenlandhilfe.at)! Und mit im kleinen Gepäck. 5 Tonnen Hilfsgüter für den Katastrophenschutz.

Radio Kreta – und wir machen weiter!

Mehr Info: Harald braucht Hilfe.

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5 Kommentare

  1. Einlass.Das ist ja toll.Die Die
    DD suche dich nicht weiter Die tdie Deutschenn überweisen Ihr Geld lieber auf ein deutsches Konto mit einem obskuren Namen
    diese legalisirungalss auf einen Konto in Griechenland.Schon Mal den Begriff SEPA gehört?übrigens sehr schnell und kostenlos.Die Teilzeitbewohner haben legalisierte Häuser nach dem griechischen Gesetz.Dieses behandelt Griechen U. Ausländer gleich,trotz Baugenehmigung . Für diese legalisirungals wurden mehrere tausend Euro bezahlt.Diese Teilzeitbewohner_wie ihr sie nent_organisieren unentgeltlich mit viel Kraft und.ZeiFlohmaerkte für vier u.auch mit Hilfe der Kirche für zweibeiniger.Demnach stellen sich folgende Fragen über Euren Freund.Wo wohnen die Gäste für seine Esoterik b.z.w.selbsfindungs Seminare.Zahlt er für seine Einnahmen Steuer oder sind das auch“Freunde?????Ist eure Shop als Gewerbe angemeldet,zahlt ihr dafür Steurn bezahlt?An welche Sozialstation werden die Einnahmen gespendet?Es gibt nur KlFI .Habt ihr irgend ein Qwittung??? Übrigens es nicht erlaubt Medikamente für dritte auf eure Name zu verschreiben1. Ihr schädigt die Kassen u.2.ihr verliert Euren Schutz u.die Ärzte ihren Job.Zum Schluss,die so denken u.handeln wie ich,sind keine Trolls sondern haben Hirn u.es benutzen auch!!!!was Erwin u.seine Hilfe betrifft ,ein großes Bravo ich weiß,was er ohne großes TRA-RA leistet genau wie manche von uns.P.S.Habt ihr eure Schulden bezahlt??

  2. Ja zugegeben ich habe Fehler gemacht,nicht weil ich was Eigennamen habe,wie ihr meint,ich bin einfach BLIND.Ubrigens was mein Deutsch anbetrifft,ich bin Autodidaktin.Mein griechisch ist perfekt somit könnt eure Seminare wohin……..

  3. Die Dame hat sich kurz drauf unter ihrem Kommentar erklärt, daß sie blind ist und Deutsch nicht ihre Muttersprache.
    Und auch, obwohl sie das zusätzlich unter den neuen Beitrag (den über ihren Kommentar) kopiert hat, haben 2 weitere Leute kommentiert, denen es offenbar zu viel war, den einen oder 2 Kommentare drüber zu lesen.
    Mein Fazit ist: KIKI ist eine Einheimische, die einen Teil Eurer Spendenaktion falsch verstanden hat (z.B. Medikamente: Ihr empfehlt, Nahrungsergänzungen zu kaufen und zu spenden – sie schreibt von Rezepten auf falschen Namen, was selbstverständlich ungesetzlich ist und dem System, dem betreffenden Arzt, etc. schadet).
    Sie sieht die Hilfe kritisch und erwähnt auch, daß es Unterkünfte für Obdachlose gibt.
    Meiner Erfahrung nach sind viele Einheimische den „Ausländern“, die auf der Straße leben und sich durchschnorren oder betteln negativ eingestellt und das oft aus gutem Grund. In diesem Fall kann ich es natürlicht nicht beurteilen, denn ich kenne Harald und den Ort, wo er lebt, nicht. Ich kann aber über andere Fälle ähnnlicher Art eine Meinung bilden, da ich den Verlauf jahrelang miterlebt habe.

    Ich würde mich freuen, wenn ich hier ein bissl zur Klärung beitragen konnte.

  4. In Deutschland gibt mehr als4.000.000 Analphabeten,mehrere hundert Tausend Parkinson, Tremor e.t.c. kranke die ihre Finger nicht kontrollieren können,viele Ausländer die Deutsch nicht richtig sprechen und schreiben können und eben Blinde ,deren schreibkomputer manchmal Spind.Sind alle diese Personen „high“ist das lustig?? Fehler sollte man verzeihen meint Susanne aber nicht orthografische???Übrigens das Wort stammt aus dem griechischen: ορθογραφία.Bildung fängt nicht an die 🏫 sondern in Herzen.Naja wie sagt man schon:Papier ist geduldig, Mutter Teresa.p.s.Ubrigen,es ist 01.50 aber für Blinde, es ist immer Nacht.Ist das nicht lustig???

  5. Sagt keiner mehr was dazu?
    Und warum wurde mein Kommentar unter dem anderen Beitrag nicht freigeschaltet?
    Schade…. 🙁

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